Gesundheitswesen

Beschäftigung und Arbeitslosigkeit im Gesundheitswesen sind für die Arbeitsmarktbehörden in den vergangenen Jahren zu wichtigen Themen geworden. Unsere Gesellschaft wird immer älter und Gesundheits- und insbesondere Pflegeleistungen werden vermehrt benötigt. Für die Arbeitsmarktbehörden stellt sich daher die Frage nach den Ursachen von Arbeitslosigkeit im Gesundheitswesen. Welches sind die Gründe für Arbeitslosigkeit in einem Segment des Arbeitsmarktes, das als Wachstumsbranche mit Personalknappheit gilt? Wer sind die Stellensuchenden im Gesundheitswesen und was kann unternommen werden, um die Betroffenen nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu reintegrieren?

Die Stellensuchendenquote im Gesundheitswesen ist mit 1.3% im Jahr 2009 sehr tief – gerade auch im Vergleich zum Gesamtdurchschnitt von 3.5% über alle Branchen. Sie folgt einem antizyklischen Muster: Sie steigt in schwächeren Wachstumsphasen und sinkt bei stärkerem Wirtschaftswachstum. Insgesamt reagiert sie weniger ausgeprägt auf konjunkturelle Schwankungen als in andere Branchen. Die Arbeitslosigkeit im Gesundheitswesen hat mehrere Besonderheiten: Im Jahr 2008 waren 78% der Beschäftigten im Gesundheitswesen Frauen (Frauenanteil in allen Branchen: 43%) und der Anteil an ausländischen Staatsangehörigen ist im Vergleich zu den anderen Branchen gering; deswegen spricht ein Grossteil der Stellensuchenden mit Gesundheitsberufen Schweizerdeutsch und Deutsch als Muttersprache.

An einer Massnahmentagung wurde die Thematik mit verschiedenen Akteuren im Umfeld des Gesundheitswesens diskutiert und Massnahmen abgeleitet. Die Schwerpunkte der geplanten Massnahmen konzentrieren sich auf den Ausbau von Berufspraktika, die Verbesserung der Möglichkeiten der Qualifizierung, eine verstärkte Zusammenarbeit der involvierten Akteure sowie die Prüfung der individuellen Eignung der Stellensuchenden für Gesundheitsberufe. Aufgrund der qualifikatorischen Voraussetzungen der Stellensuchenden richten sich die geplanten Massnahmen vorwiegend auf den niederschwelligen Bereich. Dies gilt insbesondere für Personen, die den Einstieg in einen Pflegeberuf suchen.

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