Beratungspraxis der RAV - Strategien und Herausforderungen

Beratung von Stellensuchenden ist eine Kernaufgabe der öffentlichen Arbeitsvermittlung. Vor dem Hintergrund von immer komplexer werdenden Ausbildungs- und Erwerbsbiographien einerseits und einer konsequenten Orientierung an einer aktivierenden Arbeitsmarktpolitik andererseits gewinnt die Beratungstätigkeit in den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) zunehmend an Bedeutung. Welche Beratungsstrategien gibt es? Wie wird die Beratung in den RAV umgesetzt und wie funktioniert sie? Wie können Stellensuchende in ihrer Reintegration in den Arbeitsmarkt optimal unterstützt werden?

Im Rahmen von regelmässig stattfindenden Beratungsgesprächen werden Stellensuchende in ihren Bemühungen um eine neue Arbeitsstelle aktiviert, unterstützt und motiviert. Dabei werden zielführende Wiedereingliederungsstrategien erarbeitet und der Einsatz arbeitsmarktlicher Massnahmen geprüft. Die Betroffenen erhalten Informationen über offene Stellen wobei auch verbindliche Stellenzuweisungen erfolgen können. RAV-Personalberatenden bewegen sich dabei in einem Spannungsfeld von professioneller Beratung und Kontrolle. Dabei gilt es eine auf die Bedürfnisse der stellensuchenden Personen ausgerichtete professionelle Beratung sicherzustellen während gleichzeitig Pflichten eingefordert und Reintegrationsbemühungen geprüft werden müssen. Eine Schlüsselfunktion nimmt die Übereinstimmung von Beratungszielen, Wiedereingliederungsstrategien und gegenseitiger Akzeptanz ein, welche die Grundlage für eine inhaltsbezogene, fachliche Beratung bilden.

Gefragt nach den Herausforderungen im Beratungsalltag, sehen sich Personalberaterinnen und Personalberater vor allem bei der Gruppe der hochqualifizierten Stellensuchenden gefordert. Diese zunehmend relevante Zielgruppe stellt hohe Ansprüche an die Beratungstätigkeit der Beraterinnen und Berater. Da sie vor der Stellensuche vergleichsweise gut im Arbeitsmarkt integriert waren sind sie mit den aktuellen Bewerbungspraktiken tendenziell weniger gut vertraut. Deshalb gilt es Bewerbungskompetenzen rasch zu optimieren. Bei geringqualifizierten Stellensuchenden sehen Beraterinnen und Berater hingegen eher fehlende Ausbildungsmöglichkeiten und das geringe Angebot offener Stellen mit niedrigen Qualifikationsanforderungen als Herausforderung.

Basierend auf den Studienergebnissen unterstützt AMOSA die Kantone auch über das Projektende hinaus bei der weiteren Optimierung ihrer Wiedereingliederungsstrategien. Dabei kommt dem Wissenstransfer der Ergebnisse und der Sensibilisierung für die Beratungsthematik eine besondere Bedeutung zu.

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