2026

KI IN JOBSUCHE UND RECRUITING

Künstliche Intelligenz prägt zunehmend Bewerbungs- und Rekrutierungsprozesse. Die Studie «KI in Jobsuche und Recruiting» der Arbeitsmarktbeobachtung AMOSA liefert erstmals empirische Befunde dazu, wie verbreitet der Einsatz von KI auf beiden Seiten des Arbeitsmarkts ist – und welche Konsequenzen das für Stellensuchende, Unternehmen und die öffentliche Arbeitsvermittlung hat.

Grundlage der Studie bilden Befragungen von knapp 6000 Stellensuchenden und rund 700 Unternehmen in der AMOSA-Region. Sie untersucht, wie Stellensuchende KI in ihrer Jobsuche einsetzen, welchen Einfluss die Nutzung auf den Bewerbungserfolg hat und wie Unternehmen auf die veränderte Realität im Recruiting reagieren.

«Rund zwei Drittel der Stellensuchenden haben KI bereits für ihre Jobsuche eingesetzt – auf Unternehmensseite ist die Verbreitung deutlich geringer.»

Stellensuchende nutzen KI vor allem, um Bewerbungsunterlagen zu verfassen und zu optimieren. Wer KI regelmässig einsetzt, bewirbt sich häufiger und wird öfter zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Eine schnellere Rückkehr in den Arbeitsmarkt garantiert dies jedoch nicht. Ob es zur Anstellung kommt, bleibt weiterhin von der Passung zum Stellenprofil, den Qualifikationen der Bewerbenden und ihrer Wirkung im persönlichen Gespräch abhängig. Auf Unternehmensseite ist die Verbreitung von KI noch verhalten: Erst 13 Prozent der befragten Arbeitgebenden setzen KI im Recruiting ein, und auch dies hauptsächlich für vorbereitende Aufgaben wie das Verfassen von Stelleninseraten.

«Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen gibt an, dass es zunehmend schwieriger wird, Motivation, Authentizität und Passung der Bewerbenden einzuschätzen.»

Durch den Einsatz von KI ähneln sich Bewerbungsunterlagen stärker und insbesondere Motivationsschreiben verlieren an Aussagekraft. Viele Unternehmen haben ihre Rekrutierungsprozesse bislang nur wenig angepasst. Gleichzeitig gewinnen Elemente an Bedeutung, die sich weniger leicht durch KI beeinflussen lassen. Dazu gehören Referenzen, Eignungsprüfungen und der persönliche Eindruck im Gespräch.

«Rund die Hälfte der bei den RAV gemeldeten Stellensuchenden wünscht sich Unterstützung im Umgang mit KI.»

Der zunehmende Einsatz von KI im Bewerbungsprozess schafft neue Erwartungen an die öffentliche Arbeitsvermittlung. Auch Arbeitgebende sehen die öffentliche Arbeitsvermittlung in einer wichtigen Rolle: Sie soll Stellensuchende dabei unterstützen, KI gezielt und sinnvoll einzusetzen, ohne dass Authentizität und Individualität verloren gehen. Transparenz und Nachvollziehbarkeit werden dabei auf beiden Seiten zum entscheidenden Faktor für Vertrauen im Rekrutierungsprozess.

SCHLUSSBERICHT

AMOSA
Arbeitsmarktbeobachtung

Walchestrasse 19
8090 Zürich

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